Neuschwanstein und Hohenschwangau – Tipps für Schlösserbesuch im Allgäu

Für heute stand auf meinem Plan ein Besuch der Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Nach einem sehr guten und reichhaltigem Frühstück im Hotel Luitpoldpark in Füssen, welches ich euch ausführlich noch vorstelle, machte ich mich auf dem Weg nach Hohenschwangau.

Von der Füssener Altstadt sind es knapp fünf Kilometer bis zum Ticketcenter in Hohenschwangau. Hohenschwangau ist natürlich auch mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen und für Inhaber der Füssen Card ist der öffentliche Nahverkehr kostenlos.

Neuschwanstein und Hohenschwangau – Tipps für Schlösserbesuch im Allgäu

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Das Wetter war einfach traumhaft und deshalb stand für mich fest, ich werde werde auf den Bus verzichten und laufen. Nach einer knappen Stunde erreichte ich das Ticketcenter unterhalb der Schlösser. Die Wartezeit an diesem Morgen war recht kurz, sodass ich recht schnell meine Tickets für die Schlossbesichtigungen hatte.

Geöffnet ist das Ticketcenter von

  • April bis 15. Oktober von 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • 16. Oktober bis 31. März von 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Besichtigungen im Hohenschwangau und Schloß Neuschwanstein

  • 01. April bis 15. Oktober von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
  • 16. Oktober bis 31. März von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Nicht geöffnet am 24. und 25. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Die Preise für eine geführte Tour – entweder Hohenschwangau oder Neuschwanstein – von ungefähr 30 Minuten

  • Erwachsene 12 Euro
  • Senioren – ab 65 Jahre -, Studenten, Schwerbehinderte gegen Vorlage des Ausweises 11 Euro
  • Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Begleitung der Eltern ist der Eintritt frei 

Königsticket für die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein – Besuch am gleichen Tag –

  • Erwachsene 23 Euro
  • Senioren – ab 65 Jahre -, Studenten, Schwerbehinderte gegen Vorlage des Ausweises 21 Euro
  • Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Begleitung der Eltern ist der Eintritt frei 

Ermäßigungen für Reisegruppen werden außerdem angeboten.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Meine erste Führung war für das Schloss Hohenschwangau. Zu Fuß dauert der Aufstieg ungefähr 20 Minuten. Wer möchte kann sich auch mit einem Pferdefuhrwerk zum Schloß fahren lassen. 

Der Preis beträgt für die

  • Bergfahrt 4,50 Euro
  • Talfahrt 2,00 Euro

Ich machte mich an den Anstieg und genoss die Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Der gut asphaltierte Weg, der immer wieder von einigen Stufen unterbrochen wurde, war recht gut zu bewältigen. Bis zu meiner Führung hatte ich noch rund 30 Minuten Zeit und so konnte ich mir schon einmal den Schlossgarten und die nähere Umgebung ansehen. Die Führungen im Schloss werden von kompetenten und freundlichen Führern durchgeführt, die zudem sehr bemüht sind alle aufkommenden Fragen zu beantworten. Eine Führung dauert etwa 30 Minuten bis 40 Minuten. 

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Schloss Hohenschwangau

Im 12. Jahrhundert wurde das Schloss bereits als Burg Schwanstein in der Geschichte erwähnt. Die Burg wurde damals als Rittersitz genutzt. Die Besitzer wechselten häufig. Während der Kriege wurde die Burg stark beschädigt und verfiel mit der Zeit immer mehr.

Etwa um 1820 beschloß der bayrische König Ludwig I., seinem Sohn, Kronprinz Maximilian das Hohe Schloss Füssen als Wohnsitz zu überlassen. Bei einer seiner vielen Wanderungen sah er die Burg Schwanstein und war von der Lage zwischen Alpsee und Schwansee begeistert. Der Kronprinz verzichtete auf das Schloss Füssen und erwarb die Burg Schwanstein. Der Kaufvertrag wurde drei Jahre später unterschrieben und die Burg umbenannt in Schloss Hohenschwangau. Maximilian ließ das Schloss im neugotischen Stil umbauen. Im Jahr 1842 heiratete er Prinzessin Marie von Preußen und neue Räume und Nebengebäude wurden eingerichtet. Das Schloss diente dem Königspaar und ihren Söhnen Ludwig – spätere König Ludwig II. – und Otto als Sommerresidenz.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Nach dem Tod seines Vaters zog Ludwig in dessen Räume und ließ alle Räume unverändert nur das Schlafzimmer paßte er seinen Vorstellungen an. So ließ er einen Nachthimmel einbauen, der mit Hilfe eines Spiegelsystems vom Obergeschoss beleuchtet wurde. Von seinen Räumen in Hohenschwangau überwachte König Ludwig II. durch ein Fernrohr die Bauarbeiten an Schloss Neuschwanstein.

Die Inneneinrichtung ist auch heute noch unverändert. Die Wandmalereien in den Räumen, mehr als 90, wurden in den Jahren 1835 und 1836 angebracht. Sie zeigen Themen aus dem Schwangau und den mittelalterlichen Sagen wie der Nibelungensage, dem Schwanenritter Lohengrin sowie auch aus den nordischen Sagen. 

Das Schloss Hohenschwangau gehört seit 1923 zum Wittelsbacher Ausgleichsfond und ist seit der Zeit als Museum geöffnet.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Schloss Neuschwanstein

Das Schloss Neuschwanstein ist der Touristenmagnet Nummer eins in Deutschland. Rund 1,4 Millionen Touristen aus aller Welt besuchen das Schloss Neuschwanstein jährlich. Es bestehen auch hier wieder verschiedene Möglichkeiten zum Schloss zu gelangen.

Vom Ticketcenter aus 

mit dem Bus 

  • Bergfahrt 1,80 Euro
  • Talfahrt 1,00 Euro
  • Berg- und Talfahrt 2,60 Euro

mit der Kutsche

  • Bergfahrt 6,00 Euro
  • Talfahrt 3,00 Euro

Auch dieses Mal entschied ich mich für den „Fußmarsch“ und ersparte mir die Wartezeiten für den Bus oder die Kutsche.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Oben angekommen, ist der Anblick der sich bietet, schon sehr beeindruckend. Man kennt das Schloss von vielen Fotos und weiß, dass es als Vorlage für viele Märchenschlösser diente. Die Führungen im Schloss werden in nicht zu großen Gruppen durchgeführt, sodass das Gefühl einer „Massenabfertigung“ nicht aufkommt. Auch hier, wie im Schloss Hohenschwangau, sind die Mitarbeiter immer bereit aufkommende Fragen zu beantworten.

Die Geschichte Neuschwansteins

Auf dem Bergrücken „Jugend“ entstanden im 11. Jahrhundert zwei kleine Burgen. Auf diesen Burgruinen fand 1869 die Grundsteinlegung für das Schloss Neuschwanstein statt. Neuschwanstein sollte der private Rückzugsort für König Ludwig II. werden. Da der König eine Vorliebe für das Mittelalter hatte, sollte Neuschwanstein einer mittelalterlichen Burg entsprechen, aber auch über alle modernen und technischen Errungenschaften der Zeit verfügen. Es ging nur sehr langsam voran, sodass die ersten Räume im Schloss erst 1884 bezogen werden konnten. Während der Bauzeit änderte Ludwig immer wieder seine Meinung, was einmal als Arbeitszimmer geplant war, sollte nun ein Thronsaal werden. Um Geld zu sparen, wurden Gästezimmer wieder gestrichen, um Geld für einen maurischen Saal zur Verfügung zu haben. Durch seine vielen Extrawünsche wurde der Schlossbau nie beendet.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Auch hier, wie im Schloss Hohenschwangau, sind die Wandmalereien stark mit Richard Wagner und seinen Opern verbunden. Die Opern Tannhäuser und Lohengrin gehörten zu den bevorzugten für die Wandmalereien. Der Sängersaal, der sich über die ganze vierte Etage zieht und dem gleichnamigen Saal in der Wartburg nachempfunden ist, ist schon sehr eindrucksvoll.

Gelebt hat König Ludwig II. auf seinem „Traumschloss“ Neuschwanstein bis zu seinem Tode nur 172 Tage. Das Schloss war bis dahin eine Großbaustelle. 

Die beträchtlichen Kosten für das Schloss Neuschwanstein zahlte König Ludwig II. von seinem Privatvermögen. Bis zu seinem Tod waren es 6,2 Millionen Mark, fast das doppelte der einstmals geplanten Kosten und zudem wurde der Schlossbau nie vollendet. So ist der Thronsaal auch heute noch ohne Thron.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Während Schloss Neuschwanstein noch eine Baustelle war, plante König Ludwig II. bereits ein weiteres „Traumschloss“. In 1.268 Metern Höhe auf dem Falkenstein in Pfronten auf den Ruinen der gleichnamigen Burg Falkenstein. Die Planungen waren fast beendet, aber durch den frühen König Ludwig II. wurde nie mit dem Bau begonnen. Über verschiedene Wanderwege und Bergsteige ist die Burgruine zu besichtigen.

Nach seinem mysteriösem Tod wurden alle Baumaßnahmen sofort gestoppt und bereits nach sieben Wochen wurde das Schloss als Museum geöffnet. Der Eintritt betrug zwei Mark pro Person und mit diesem Geld wurden Teile der Kredite zurückgezahlt. Erst nach seinem Tod erhielt die als „Neue Burg Hohenschwangau“ bekanntgewordene Burg den Namen Neuschwanstein. Bereits acht Wochen nach der Öffnung als Museum hatten 18.000 Menschen das Schloss Neuschwanstein besucht.

Auf keinen Fall sollte man versäumen, sich die kleine Filmanimation im schlosseigenen Kino anzusehen. In dieser Animation wird noch einmal sehr schön gezeigt, wie das Schloss einmal in seiner Fertigstellung ausgesehen hätte.

Ich habe viele Eindrücke und auch viel Wissen aus der Führung durch die Schlösser mitgenommen. Es ist schon sehr beeindruckend all diesen Prunk und die vielen Wandmalereien in den Räumen zu sehen. Zudem wurden die neuesten technischen Errungenschaften eingebaut. So gab es eine batteriebetriebene Klingelanlage für die Dienerschaft, Telefonleitungen, eine Warmwasseraufbereitung und fließendes Wasser sowie Toiletten mit Wasserspülung.

Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau - mein Besuch in den Schlössern

Sehr beeindruckt habe ich das Schloss verlassen. Jetzt hatte ich erst einmal Zeit, die viele Eindrücke und das gehörte geschichtliche Wissen, das ich während der Führung gesammelt habe, zu verarbeiten.

Vor dem Abstieg vom Schloss Neuschwanstein führte mich mein Weg zur Marienbrücke. Von der Marienbrücke bietet sich der beste Blick auf das „Märchenschloss“ Neuschwanstein.

Dies war zwar mein erster Besuch auf den Schlössern aber ich glaube nicht, dass es der letzte Besuch der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau war. Vielleicht bietet sich einmal ein Besuch im Winter an, denn im Schnee wird der Anblick auf die Schlösser wohl noch märchenhafter sein.